Sommer 2019

Hier erfahrt ihr in Kürze nähere Details zur Grundgeschichte

Schattenpfade – Im Zeichen des Vigil

Jede Geschichte hat einen Anfang, auch seine:

Er wollte niemals sein, was er wurde.

Er verachtete die Magie und alles was damit zusammen hing.

Auf dem Weg vom Kind zum Mann, verlor er sich selbst

und die Schatten, die durch sein Leben zogen, prägten ihn tief.

.

 

Alles begann in Saantes, einem kleinen Fischerdorf auf Liyiell. Weitab von den Städten des Landes, das noch keine Politik besitzt.

Mit einem kleinem Jungen, der das Lachen nie verlor. Mit einem Mann, auf der Flucht vor sich selber…

 

Exclusiver Leseauszug aus dem Buch:

Auf einem Tau lag noch ein Hammer, schon etwas vom Schnee bedeckt.
Savinama nahm ihn in die Hand. Seine Mutter kam ihm in den Sinn. Der Magier dachte daran, dass sie wusste, wo er war und was er tat. Denn mochten ihre Zukunftsvisionen auch wie ein riesiger Fächer sein, an dessen Enden immer und immer wieder neue gelegt wurden, um sich in einer Unendlichkeit an Möglichkeiten zu verlieren, sobald die Gegenwart eintrat, sah sie diese Bilder. Er musste ihr unendliche Sorge bereiten. Und einmal mehr verfluchte er die Magie und alles, was damit zusammenhing.
„Es tut mir leid“, flüsterte er und aus einem inneren Impuls heraus schrie er plötzlich auf und warf den Hammer quer über das Schiff. Das Geschoss traf eine Holzschachtel auf dem oberen Deck und klirrend verteilten sich die Nägel auf den Planken. Er stürmte gegen einen Stapel von Hölzern, dass sich diese mit lautem Getöse auf dem Boden verteilten und zertrümmerte eine Kiste. Ein Fass fand sein jähes Ende vor der Luke zum Schiffsinneren. Ein Holzeimer krachte gegen eines der dünnen Bretter, die für den feinen Innenausbau vorbereitet wurden und ließ es zersplittern. Er griff sich eine Planke und schlug besinnungslos auf alles ein, was um ihn herum stand oder lag, bis von dem Brett nichts mehr übrig war und nichts mehr stand, wo es hingehörte.
Mit einem letzten zornigen Ausbruch flogen die Taue über die Reling hinaus aufs Meer, ehe er endlich in der Bewegung erschöpft innehielt. Er legte die Hände auf das Steuerrad und bettete die Stirn darauf. Stille kehrte wieder ein. Irgendwo in der Ferne erklang das Krähen eines Hahns.
„Geht es dir jetzt besser?“, fragte eine warme Stimme hinter ihm. Arios. Savinama erkannte ihn alleine am Klang. „Aé.“
„Gut. Kommst du rein? Wir wollten gerade frühstücken. Die anderen warten auch auf dich.“
Savinama richtete sich auf und holte tief Luft. „Klingt gut.“
Und zusammen verließen sie das Trümmerfeld, ohne sich noch einmal umzudrehen.